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Vor- und Frühgeschichte Durch archäologische Funde konnte nachgewiesen werden, dass die Siedlungsgeschichte des heutigen burkinischen Territoriums vor mindestens 14.000 Jahren begonnen hat. Die frühen Bewohner waren Jäger und Sammler, bevor sie sich um etwa 3600 v. Chr. bis 2600 v. Chr. sesshaft machten. |
Präkoloniale Ära Einige der heute in Burkina Faso lebenden Ethnien waren schon zum Ende des ersten Jahrtausends nach Christus auf dem heutigen Gebiet ansässig und in autonomen Gemeinschaften organisiert. Um das 12. Jahrhundert begann die Zeit der grossen Wanderungen, die nach und nach die ethnischen Gruppen aus Ghana oder Mali ins Land brachten, die bis heute die burkinische Bevölkerung ausmachen. Dominiert wurde das Gebiet von den straff hierarchisch organisierten Mossi, mit dem Mogho Naaba als ihrem Kaiser, deren Königreiche im Gegensatz zu den kleinen Gemeinschaften der autonom verwalteten Völker standen.
Stammvater dieser Herrscherdynastien der Mossi ist Ouédraogo, der etwa im 15. Jahrhundert über das Reich Tenkodogo herrschte. Es entstanden im weiteren Verlauf unter anderem Ouagadougou und Yatenga. Die Mossi-Reiche behielten ihre Macht und Bedeutung bis zur Ankunft der Franzosen Ende des 19. Jahrhunderts. Im Westen waren die Bwa in Königreichen organisiert, im Osten die Gourmantché und im Norden die Fulbe in den Emiraten Liptako und Djelgodji, die massgeblich an der Islamisierung der anderen Völker beteiligt waren. |
Französische Kolonialzeit Nach der Kongokonferenz 1884/1885 waren es französische Entdecker, Abenteurer und Militärs, die von Norden in das Gebiet des heutigen Burkina Faso vorstiessen. Durch Verträge und Waffengewalt hatte Frankreich im Jahre 1898 die Herrschaft über das Territorium erlangt und begann mit der administrativen Organisation der Kolonie Obersenegal und Niger, Teil des Territoriums Französisch-Westafrika. Sporadisch kam es zu Widerständen, vor allem der nicht zentral organisierten Völker. 1919 wurde eine neue Kolonie Obervolta mit dem Gouverneur Édouard Hesling geschaffen und ihre Ausbeutung in Angriff genommen. Die französischen Herrscher lösten diese 1932 wieder auf und teilte sie unter den Nachbarkolonien Elfenbeinküste, Niger und Französisch-Sudan auf. Als nach dem Zweiten Weltkrieg das Kolonialreich neu gestaltet wurde, führten burkinische Anstrengungen 1947 zur Wiederherstellung Obervoltas. 1956 bekam es einen Regierungsrat, wurde 1958 autonome Republik und erreichte schliesslich am 5. August 1960 die Unabhängigkeit von Frankreich. |
Unabhängigkeit Obervoltas Erster Präsident der neuen Republik Obervolta wurde Maurice Yaméogo, der mit seinem ausschweifenden Regierungsstil das Land ruinierte und 1966 von den Massen zum Rücktritt gezwungen wurde.
Die Erste Republik war damit beendet und mit Sangoulé Lamizana folgte ein Militär, der bis 1980 mehrfach die Regierungsformen änderte; nach vier Jahren der Militärherrschaft wurde 1971 die Zweite Republik ausgerufen, es folgten in kurzer Folge Regierungen des „Übergangs“ und der „Nationalen Erneuerung“.
Die dritte Republik bestand von 1978–1980. In diesem Jahr übernahm das Militär durch einen Staatsstreich die Macht. Präsident wurde Saye Zerbo. |
Revolution
Thomas Sankara Präsident von 1983–1987
Blaise Compaoré Präsident seit 1987
Ein erneuter Putsch führte 1982 zu einer Phase von Umwälzungen, an deren Ende am 4. August 1983 Thomas Sankara die Macht von Jean-Baptiste Ouédraogo übernahm. Der Wahlspruch lautete (bis 1997): "La patrie ou la mort, nous vaincrons". Sankara war ein panafrikanisch-sozialistischer Revolutionär, der mit den traditionellen Auslandsbeziehungen brach, sich an Ghana, Libyen und Kuba orientierte und das Volk mobilisierte, um den Kampf gegen die Armut aus eigener Kraft aufzunehmen. Er benannte das Land 1984 in Burkina Faso um, war vor allem bei der Jugend sehr beliebt, brachte mit seinem Regierungsstil aber die traditionellen Eliten gegen sich auf und wurde 1987 von seinem engen Verbündeten Blaise Compaoré gestürzt und im Verlauf dieses Umsturzes erschossen. Diese rectification der Revolution von 1983 wurde von Compaoré damit begründet, dass Sankara die Ziele der Revolution verraten habe.
Ende 1985 eskalierte ein Streit mit dem Nachbarstaat Mali um den wenige Quadratkilometer grossen Agacher-Streifen zum offenen Krieg. Dieser Konflikt wurde jedoch bereits nach sechs Tagen beendet und schliesslich durch einen von beiden Staaten akzeptierten Urteilsspruch des Internationalen Gerichtshofes in Den Haag endgültig beigelegt. |
Demokratisierung Mit den weltpolitischen Umwälzungen 1989/1991 kam auch Burkina Faso unter Druck, sich zu demokratisieren. 1991 wurde eine neue Verfassung angenommen, mit der ein Mehrparteiensystem eingerichtet wurde.
Gewählter Präsident ist seitdem Blaise Compaoré, der das Land bis heute regiert. Trotz einer wirtschaftsfreundlichen Reformpolitik unter dem technokratischen Premierminister Paramanga Ernest Yonli lebt der grösste Teil der Bevölkerung noch immer in absoluter Armut und nur teilweise garantierter Freiheit. |
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Name |
Amtszeit |
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Blaise Compaoré |
seit 15. Oktober 1987 |
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Thomas Sankara |
4. August 1983 – 15. Oktober 1987 |
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Jean-Baptiste Ouédraogo |
7. November 1982 – 4. August 1983 |
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Saye Zerbo |
25. November 1980 – 7. November 1982 |
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Sangoulé Lamizana |
3. Januar 1966 – 25. November 1980 |
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Maurice Yaméogo |
5. August 1960 – 3. Januar 1966 |
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